Wenn ich zu meinem Stande geh

Wenn ich zu meinem Stande geh
Und tausend Bienen um mich seh
Und hör das altvertraute Summen,
Dann müssen Leid und Gram verstummen.

Dann denk ich nicht an Gut und Geld,
Nicht an den Hader in der Welt,
Nicht an den Lärm auf allen Gassen,
Nicht an der Feinde grimmes Hassen,

Noch an der Freunde Neid und Spott;
Dann dank ich still nur meinem Gott,
Dass er im Tollhaus dieser Erden
Dies Heim des Friedens mir lies werden.

Kehr ich vom Bienenstand zurück,
Ist aufgehellt der trübe Blick.
Denn, was mir grau und schwer erschienen,
Das gab ich meinen lieben Bienen.

Die trugens in die Luft hinaus,
Gleich allem Schmutz aus ihrem Haus,
Und was sie mir dafür gegeben,
Ist neue Kraft zu frohem Leben.

Edmund Herold „Der Bienen-Narr“

2 Antworten auf „Wenn ich zu meinem Stande geh“

  1. Hallo Frank,

    ein sehr schönes Gedicht, welches ich vor einigen Jahr mal gehört hatte, allerdings nicht wusste von wem es verfasst wurde. Nun weiß ich es.
    Lieben Dank fürs Veröffentlichen!

    Schöne Grüße,
    Tobias

    1. Hallo Tobias,
      Abstract flower 45
      danke für das nette Kommentar.
      Das Gedicht finde ich auch sehr schön und treffend, der Autor spricht mir mit seinen verfassten Worten aus der Seele.

      Liebe Grüße, Frank

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.