Artenvielfalt zum Anfassen

Wenn die Natur kurz innehält

Manchmal sind es gar nicht die großen Ereignisse im Bienengarten, die einen besonders berühren, sondern die kleinen, unerwarteten Begegnungen.

Bei meinem letzten Besuch im Bienengarten wurde ich natürlich wieder von meinen Bienen begrüßt. Während ich zwischen den Beuten arbeitete und das Summen der Völker genoss, bemerkte ich plötzlich, dass ich noch weitere Besucher hatte.

Zwei Schmetterlinge flatterten um mich herum, setzten sich schließlich ganz entspannt auf meine Hand und blieben dort einen Moment sitzen. Als hätten sie beschlossen, eine kleine Pause einzulegen.

Nicht nur Bienen fühlen sich in meinem Bienengarten wohl: Zwei „Große Ochsenaugen“ gönnten sich eine kleine Pause auf meiner Hand. Ein wunderschöner Naturmoment.

Für mich sind solche Augenblicke etwas ganz Besonderes. Sie zeigen, dass ein naturnah gestalteter Bienengarten nicht nur Honigbienen ein Zuhause bietet, sondern vielen verschiedenen Insekten Lebensraum und Nahrung schenkt.

Die beiden Falter gehören mit großer Wahrscheinlichkeit zur Art Großes Ochsenauge (Maniola jurtina). Dieser häufige Wiesenbewohner liebt blütenreiche Flächen und ist in den Sommermonaten oft anzutreffen. Wie viele andere Schmetterlinge profitiert auch er von einer vielfältigen Pflanzenwelt mit heimischen Blühpflanzen und ungemähten Bereichen.

Gerade deshalb lohnt es sich, im Garten auch einmal etwas „Unordnung“ zuzulassen. Wildblumen, Gräser und heimische Pflanzen sind nicht nur für Bienen wertvoll, sondern auch für Schmetterlinge, Käfer und viele weitere Insekten.

Für mich war dieser kurze Moment eine schöne Erinnerung daran, dass wir Menschen in der Natur oft nur Gäste sind. Wenn Tiere Vertrauen fassen und für einen Augenblick ganz selbstverständlich unsere Nähe suchen, ist das jedes Mal ein kleines Geschenk.

Ich freue mich schon auf viele weitere Begegnungen dieser Art, denn jeder Besuch im Bienengarten hält neue Überraschungen bereit.

Vom Zufall zum Blickfang

Die Geschichte dieser Schaubeute begann eher zufällig. Bei einem Ehepaar aus unserem Imkerverein durfte ich einen Bienenschwarm einfangen. Im Anschluss zeigten mir die beiden ihre Bienenstände und erzählten von ihrer langjährigen Leidenschaft für die Imkerei. Besonders beeindruckt hat mich dabei eine liebevoll gepflegte Oberländer/Rhöner Schaubeute. Als ich erfuhr, dass die Familie die Schaubeute verkaufen möchte, war mein Interesse sofort geweckt. Schon während unseres Gesprächs entstand die Idee, dieses besondere Stück Imkereigeschichte zu übernehmen und ihm einen Platz in unserem Vorgarten zu geben.

Als ich die Schaubeute dann wenig später erhielt, war ich erneut begeistert. Sie befand sich bereits in einem sehr guten Zustand und war liebevoll gepflegt. Dennoch wollte ich ihr eine ganz persönliche Note verleihen und sie harmonisch in unseren Vorgarten integrieren. Besonders wichtig waren mir einige farbliche Akzente. Die grünen Fensterläden und die Tür verleihen der Beute einen freundlichen und lebendigen Charakter. Ein besonderes Highlight sind die kleinen Biberschwanz-Dachschindeln mit einer Größe von nur 50 mm. Sie geben dem Dach eine traditionelle Optik und machen die Schaubeute zu einem echten Blickfang.

Damit sie dauerhaft sicher steht, habe ich die Beute auf vier stabile Pfosten montiert und mit einer Bodenplatte verschraubt. Der massive Steinsockel sorgt für einen festen Untergrund und fügt sich gleichzeitig harmonisch in das Gesamtbild des Vorgartens ein. So entstand Schritt für Schritt ein kleines Schmuckstück, das nun seinen festen Platz gefunden hat.

Die Bilder zeigen die einzelnen Veränderungen, vom ursprünglichen Zustand bis zur fertigen Schaubeute. Oft sind es nicht die großen Umbauten, sondern die liebevollen Details, die ein Projekt besonders machen.


Doch die Schaubeute soll nicht nur schön aussehen. Schon bald werden hier Honigbienen einziehen und das kleine Häuschen mit Leben füllen. Durch das Sichtfenster lässt sich dann das faszinierende Treiben eines Bienenvolkes beobachten: Wie die Bienen Waben bauen, Pollen und Nektar eintragen, ihre Brut versorgen und als perfekt eingespieltes Team zusammenarbeiten.

Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen nur wenig über Honigbienen wissen, möchte ich mit der Schaubeute einen kleinen Beitrag zur Öffentlichkeitsarbeit leisten. Sie bietet die Möglichkeit, die Bienen aus nächster Nähe zu beobachten und ihre enorme Bedeutung für Natur und Landwirtschaft besser zu verstehen.

Ich freue mich schon sehr auf den Einzug des neuen Bienenvolkes und darauf, die Entwicklung hier im Blog zu begleiten. Bis dahin schmückt die Schaubeute bereits unseren Vorgarten, als kleines Stück Imkerei und als tägliche Erinnerung daran, wie faszinierend die Welt der Bienen ist. 🐝🐝🐝

InstantVap 18V Lite

Das neue Leichtgewicht für Hobby-Imker!

Mit dem InstantVap 18V Lite behandelst du bis zu 20 Bienenvölker extrem mobil, flexibel und komplett kabellos. Mit nur 0,7 kg Gewicht (ohne Akku) ist das Handgerät ein echter Rückenschoner. Nutze einfach deine vorhandenen 18V/20V Werkzeugakkus (z. B. von Makita, Bosch, Parkside oder Einhell). Dank des ergonomischen Edelstahl-Designs, der intelligenten LED-Steuerung und des werkzeuglos einstellbaren Spenders gelingt die Varroabehandlung in Rekordzeit, sicher, präzise und ganz ohne Kabelsalat.

Lieferumfang: InstantVap Lite (Akkusockel nach Wahl), 1x Dosierer (1–4g), 1x Reinigungskappe, 1x Ersatz-O-Ring. (Lieferung erfolgt ohne Akku/Ladegerät).

Hier erhältlich: InstantVap 18V Lite

 

Wo Bienen summen und der Wolf wacht

Im flüsternden Grün des Frühlingswaldes sacht,
wo Blüten erwachen und Bienen singen mit Macht,
steht im Herzen des Gartens der Wolf, still und bedacht,
ein Hüter der Wildnis, der über den Frieden wacht.

Es grünt so grün. Aufgenommen am 26.04.2026 im Bienengarten.

Schwarmfang & schneller Wabenbau

Bienen: Kraftvoller Neubeginn

Am Freitag, den 10.04.2026, konnte ich einen Bienenschwarm einfangen, der sich an einem Blumenkübel niedergelassen hatte, ein nicht alltäglicher, aber durchaus typischer Rastplatz für einen Schwarm auf der Suche nach einem neuen Zuhause.

Ein Bienenschwarm sammelt sich am Blumenkübel, ein typischer Zwischenstopp auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Von hier aus kann der Schwarm gut eingefangen und in eine Beute eingeschlagen werden.

Da es sich um einen sehr starken Schwarm handelte, wurde dieser zunächst auf zwei 14-Liter-Eimer aufgeteilt, um ihn sicher bergen zu können. Anschließend habe ich den Schwarm in eine Zadant-Zarge mit Mittelwänden eingeschlagen, sodass die Bienen direkt mit dem Wabenbau beginnen konnten.

Frisch ausgebaute Wabe, in wenigen Tagen vollständig errichtet. Ein beeindruckendes Beispiel für den enormen Bautrieb eines Bienenschwarms.

Bereits wenige Tage später, am 19.04.2026, zeigte sich eindrucksvoll die enorme Leistungsfähigkeit eines Bienenschwarms: Alle 10 Mittelwände waren vollständig ausgebaut, und es waren bereits frische Stifte (Eier) in den Zellen zu finden. Ein klares Zeichen dafür, dass sich das Volk gut eingelebt hat und die Königin erfolgreich in Eiablage gegangen ist.

Die Königin auf der Wabe, umgeben von ihren Arbeiterinnen, bereits in Eiablage und Grundlage für ein starkes, neues Volk.

Dieses Beispiel verdeutlicht sehr schön den außergewöhnlichen Bautrieb eines Schwarms. In der Schwarmphase sind die Bienen besonders motiviert und leistungsfähig, sie müssen in kürzester Zeit ein neues Zuhause aufbauen und die Grundlage für ein funktionierendes Volk schaffen.

Ein faszinierender Einblick in die Welt der Bienen und ein beeindruckendes Beispiel für die Kraft und Organisation eines Schwarms.

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Imkergrundkurs 2026

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🗓  Zeitraum: März bis September 2026
🕑 Termine:  Jeweils samstags von 14:00 – 16:00 Uhr
28.03.2026 | 25.04.2026 | 30.05.2026 | 27.06.2026 |
25.07.2026 | 29.08.2026 | 26.09.2026 |

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Wir freuen uns auf dich! 🐝🌼

Ein Meer aus Krokussen!

Ein Festmahl für meine Bienen!  🌺🐝🐝🐝

Am 25. Februar 2026 erwartete mich in meinem Bienengarten ein wunderbarer Anblick: Zwischen den noch winterlichen Farben des Waldes hatte sich über Nacht ein ganzes Meer aus blühenden Krokussen ausgebreitet. Wie kleine farbige Lichtpunkte leuchteten sie im Sonnenlicht und kündigte unübersehbar den nahenden Frühling an.

Kaum hatte die Sonne ihre Kraft entfaltet, erwachte der Platz zum Leben. Meine Bienen nutzten die Gelegenheit sofort und flogen emsig von Blüte zu Blüte. Auch Hummeln und die ersten Schmetterlinge waren zu Gast und labten sich an dem reich gedeckten Tisch aus Nektar und Pollen. Es ist immer wieder ein berührender Moment, wenn nach den langen Wintermonaten wieder Leben in den Bienengarten zurückkehrt.

Diese frühen Blüten sind für die Insekten von unschätzbarem Wert. Sie liefern die erste wichtige Nahrung und stärken die Völker für die kommende Saison. Für mich als Imker ist es ein Zeichen der Hoffnung und ein Versprechen für ein neues Bienenjahr.


Solche Augenblicke erinnern mich daran, wie wichtig naturnahe Flächen sind – Orte, an denen Bienen und andere Bestäuber Nahrung und Lebensraum finden können.

Der Frühling ist auf dem Weg.


Auch in den vergangenen Jahren haben mich die Frühblüher in meinem Bienengarten immer wieder begeistert. Besonders die Krokusse gehören zu den ersten und wichtigsten Nahrungsquellen für meine Bienen nach der Winterruhe. Es ist jedes Jahr aufs Neue faszinierend zu beobachten, wie zuverlässig die Natur den Start in die neue Saison einläutet.

Wer diese Entwicklung in den letzten Jahren mitverfolgen möchte, findet hier einige meiner früheren Beiträge und Beobachtungen rund um die Krokusblüte und den Beginn des neuen Bienenjahres.

Herbstzeit – Frühblüher pflanzen

Bienen brauchen Frühblüher

Bienenflug am 23.02.2025

Krokus – Der Frühblüher

Varroa-Reduzierung mit biotechnischen Maßnahmen nach Ralf Alles

Vortrag vom 17.01.2026 in Rieschweiler
Referent: Ralf Alles
Thema: Erfolgreich imkern mit biotechnischen Maßnahmen
Schwerpunkt: Künstliche Brutpause durch das Käfigen der Königin

Anmerkung: Dieser Beitrag basiert auf meiner Teilnahme am Vortrag von Ralf Alles am 17.01.2026 in Rieschweiler. Die Darstellung erfolgt nach bestem Wissen aus eigenen Mitschriften und stellt keine offizielle oder vollständige Wiedergabe des Vortrags dar.

Grundlegende Voraussetzungen für erfolgreiche Biotechnik
Damit biotechnische Maßnahmen zuverlässig funktionieren, müssen einige elementare Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Standort des Bienenvolkes
  • Behausung und Beutensystem
  • Wärmehaushalt
  • Klima in der Beute
  • Einhaltung des Bee Space
  • Pilzköpfe statt Hoffmann-Seitenteile
  • Angepasster Brutraum
  • Ausgewogene Ernährung der Völker

Imkern wie vor 40–50 Jahren?
Ein einfaches Zurück zu früheren Methoden ist nicht möglich, denn:

  • Das Wetter hat sich deutlich verändert
  • Tier- und Pflanzenwelt haben sich gewandelt
  • Auch die Bienen selbst haben sich verändert
  • Neue Parasiten sind hinzugekommen

Die zwei größten Probleme der heutigen Imkerei

1. Die Varroa-Milbe und die von ihr übertragenen Viren
2. Veränderte Wetterverläufe mit langen Warmphasen und milden Wintern

Übergeordnetes Ziel:

Langfristig sollen durch gezielte Zucht varroaresistenter Bienen, sowohl chemische als auch biotechnische Behandlungen weitestgehend reduziert oder überflüssig werden.

Der Königinnenisolator
Bevor es um die praktische Anwendung geht, hier eine kurze Erklärung zum Aufbau und zur Form des verwendeten Königinnenisolators:

  • Der Isolator besteht aus einem kompletten Holzrahmen mit 1 cm Stärke, dadurch können die Bienen innerhalb des Isolators keine Waben bauen.
  • Die exakten Maße sind weniger entscheidend als die Wirtschaftlichkeit: Aus einem Gitter von 50 × 50 cm lassen sich problemlos zwei Isolatoren herstellen.
  • Bei der Verwendung von Kunststoffgittern sollte unbedingt auf gute Qualität geachtet werden. Günstige Importgitter sind häufig scharfkantig, hier besteht Verletzungsgefahr für die Bienen (Flügel, Beine).
  • Auf einer Seite sind die Gitter fest verschraubt, auf der gegenüberliegenden Seite ermöglichen Ösenschrauben ein flexibles Öffnen des Isolators.
  • Die gerade Seite des Isolators zeigt in Richtung Flugloch, die schräge Seite nach hinten (Kaltbau).
  • Bei Warmbau wäre eine trapezförmige Bauweise sinnvoller.
  • Entlang der schrägen Seite können die Bienen problemlos vorbeilaufen und im Winter ihre Traube bilden.
  • Die Königin hält sich erfahrungsgemäß überwiegend auf der schrägen Seite des Isolators auf.
  • Im Vergleich zu kleinen oder einseitigen Käfigen (z. B. Scalvini-Käfig) bietet der Isolator der Königin deutlich mehr Bewegungsfreiheit.

 

 


Isolation der Königin im Spätsommer
Unkompliziert und problemlos umsetzbar

Chemisch-technische Behandlung

  • Nach der letzten Frühjahrstracht, idealerweise bei einer kurzen Trachtlücke, oft bereits Ende Mai oder im Juni, spätestens jedoch in den ersten Julitagen, wird die Königin in den Isolator gesetzt.
  • Nach 24 Tagen wird die Königin wieder freigelassen. Zu diesem Zeitpunkt befinden sich alle Varroamilben auf den erwachsenen Bienen.
  • Die Wirksamkeit herkömmlicher Behandlungsmittel ist jetzt am höchsten.
  • Die Sublimation von Oxalsäure wirkt ausschließlich bei Brutfreiheit.

Biotechnische Behandlung mit Fangwabe

  • Nach 17 Tagen wird die Königin auf eine dunkle Wabe freigelassen.
  • Hinter der dunklen Fangwabe befindet sich ein senkrechtes Absperrgitter, sodass die Königin ausschließlich auf dieser Wabe legen kann. Da Varroamilben Brut auf Randwaben ungern befallen, werden vor die dunkle Fangwabe zwei Mittelwände gehängt.

    Von links nach rechts, hinter der Beute stehend,
    ergibt sich folgende Anordnung:
    Thermoschied/Schied – Mittelwand – Mittelwand – dunkle Wabe (Fangwabe) – senkrechtes Absperrgitter – restliche Waben.

  • Die dunkle Wabe dient als sogenannte Fangwabe und konzentriert gezielt die gesamte Brut, und damit den überwiegenden Teil der Varroamilben, auf eine einzige Wabe.
  • Die Königin verbleibt 12 Tage auf der Fangwabe und wird anschließend von dieser entnommen und auf die anderen Waben rechts vom senkrechten Absperrgitter gesetzt.
  • Die Fangwabe und das senkrechte Absperrgitter verbleiben weitere 8–9 Tage im Volk. Zu diesem Zeitpunkt ist die Fangwabe vollständig verdeckelt, und ca. 90 % der Varroamilben befinden sich in dieser Wabe.
  • Die Varroa-Brut befindet sich überwiegend im lila-Augen- bzw. dunklen Augenstadium, ideal für eine echte Befallskontrolle direkt in der Zelle.
  • Die Fangwabe wird entnommen, die Zellen werden geöffnet und mit einem Mikroskop oder einer alternativen 200-fachen Vergrößerung auf Varroavermehrung untersucht.
  • Anhand dieses Ergebnisses lässt sich erkennen, welche Völker gute Resistenzeigenschaften besitzen und nachzuchtwürdig sind. Bei Völkern mit hohem Vermehrungsgrad der Milben wird die Königin abgedrückt und ersetzt.

Grundsätzlich gilt für beide Verfahren

  • Durch die Brutfreiheit können auch weitere dunkle Waben entnommen und durch Mittelwände ersetzt werden, eine sehr einfache und effektive Wabenhygiene.
  • Mittelwände werden zu dieser Zeit besonders gut ausgebaut.
  • Einige Völker legen im Sommer von selbst Brutpausen ein, der Isolator unterstützt diesen natürlichen Vorgang.
  • Varroa-Befall unbedingt kontrollieren! Nicht blind behandeln!

Vorteile der Spätsommerisolation

  • Biotechnische Varroabehandlung möglich
  • Chemische Behandlung hoch effizient durch Brutfreiheit
  • Optimale Wabenhygiene durch Entnahme dunkler Waben und Neuordnung des Brutraums
  • Nach dem Freilassen der Königin beginnt eine sehr intensive Legetätigkeit, wodurch gezielt Winterbienen erzeugt werden. Dabei ist eine sehr gute Pollenversorgung zwingend erforderlich, da Brut, insbesondere für Winterbienen, eine optimale Versorgung mit Proteinen, Aminosäuren und Vitaminen benötigt.

Isolation der Königin über den Winter
Ein Verfahren, das Geduld erfordert und individuell an die eigene Imkerei angepasst werden muss.

Ablauf der Winterisolation

  • Ab Anfang bis spätestens Mitte Oktober wird die Königin in den Isolator gesetzt, meist zwischen Wabe 2 und 3 oder 3 und 4.
  • Nach 24 Tagen ist das Volk sicher brutfrei.
  • Wetterabhängig wird das Volk frühestens 15 Tage nach dem Käfigen oder später ein letztes Mal geöffnet.
  • Der Wintersitz der Bienen muss bekannt sein.
  • Links und rechts vom Isolator werden jeweils mindestens zwei zu etwa ⅔ gefüllte Futterwaben platziert.
  • Danach folgen Schiede (Thermoschiede), angepasst an die Volksstärke.
  • Randwaben und Thermoschiede werden von der Beutenwand abgerückt, um Schimmelbildung vorzubeugen.
  • Milbenbefall prüfen und nur bei Bedarf behandeln.
  • Chemische Behandlungen erzeugen Stress und können zum Verlust der gekäfigten Königin führen.
  • Die Königin bleibt bis Mitte Januar, spätestens erste Februartage im Isolator und wird dann freigelassen.

  • Käfigen:
    Ab Anfang bis spätestens Mitte Oktober wird die Königin in den Isolator gesetzt.

  • Öffnen:
    Wetterabhängig wird das Volk frühestens nach 15 Tagen erneut geöffnet.

  • Freilassen:
    Das Freilassen der Königin erfolgt Mitte Januar, spätestens in den ersten Februartagen.


Vorteile der Winterisolation

  • Simulation eines künstlichen Winters, die Bienen kommen zur Ruhe.
  • Sehr geringer Futterverbrauch ohne Brut.
  • Einwinterung mit ca. 10–12 kg Futter ausreichend.
  • Deutliche Kostenersparnis bei hohen Futterpreisen.
  • Winterbienen bleiben langlebig.
  • Varroa kann sich ohne Brut nicht vermehren.
  • Nach dem Freilassen der Königin starke Legetätigkeit. Volk ist zur Frühtracht bereit.

Häufige Fehler bei der Winterisolation

  • Falsche Einschätzung der Volksstärke
  • Zu viele Waben aus Angst vor Futtermangel
  • Wintersitz der Bienen nicht bekannt
  • Keine Anpassung der Wabenordnung nach dem Käfigen
  • Fehlender Einsatz von Schieden

Fazit

Die Winterisolation ist anspruchsvoll und sollte zunächst vorsichtig getestet werden. Standort, Wetter und Betriebsweise unterscheiden sich stark und erfordern individuelle Anpassungen.

Die Sommerisolation hingegen ist unkomplizierter und problemlos umsetzbar.


Ralf Alles (Schatzmeister & Mitgliederverwaltung,  Landesverband Baden-Württemberg, Buckfastimker-Süd e.V.)