Zitat – Leonce & Lena

„Ich werde mich indessen in das Gras legen und meine Nase oben zwischen den Halmen herausblühen lassen
und romantische Empfindungen beziehen,
wenn die Bienen und Schmetterlinge sich darauf wiegen,
wie auf einer Rose.“

Georg Büchner, Leonce und Lena I, 1 / Valerio, S. 115, [buechner_werke_1879/311] Leonce und Lena (1836)


Fotos aufgenommen im Bienengarten.  © Frank Werner

Honigernte Sommer 2022

Im Juli stand die Honigernte an, nachfolgend ein paar Foto-Impressionen zum aktuellen Ereignis. Da der Ablauf jedes Jahr ähnlich ist, habe ich keine ausführliche Vorgangsbeschreibung hinzugefügt. Mehr Infos bezüglich der Honiggewinnung könnt ihr dem Blog-Beitrag Honigernte Sommer 2019 entnehmen.

10.07.22, die Waben sind großflächig verdeckelt und der Honig kann geerntet werden.
Nach dem Schleudern ruht das „flüssige Gold“ in den Eimern.
An mehreren Tagen wird gerührt, damit der Honig später nicht so schnell kristallisiert.
Endlich in Gläser abgefüllt und etikettiert steht er jetzt zum Verkauf bereit.

Dieses Jahr haben wir einen vorzüglichen Sommertrachthonig sowie einen exzellenten Wald- und Blütenhonig im Angebot. 🍯🌞🐝🌳🍯

„Stufen“ von Hermann Hesse

Treppe aus alten Eisenbahnschwellen, fotografiert am 29.05.2022 – © Frank Werner

Stufen

Wie jede Blüte welkt und jede Jugend
dem Alter weicht, blüht jede Lebensstufe,
blüht jede Weisheit auch und jede Tugend
zu ihrer Zeit und darf nicht ewig dauern.
Es muß das Herz bei jedem Lebensrufe
bereit zum Abschied sein und Neubeginne,
um sich in Tapferkeit und ohne Trauern
in andre, neue Bindungen zu geben.
Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,
der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.

Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten,
an keinem wie an einer Heimat hängen,
der Weltgeist will nicht fesseln uns und engen,
er will uns Stuf‘ um Stufe heben, weiten.
Kaum sind wir heimisch einem Lebenskreise
und traulich eingewohnt, so droht Erschlaffen,
nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise,
mag lähmender Gewöhnung sich entraffen.

Es wird vielleicht auch noch die Todesstunde
uns neuen Räumen jung entgegen senden,
des Lebens Ruf an uns wird niemals enden…
Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde!

(Hermann Hesse – 4. Mai 1941)

Abstract flower 45

Obst & Gemüse im Bienengarten

Der Bienengarten wächst und gedeiht. Auch Obst, Gemüse sowie Kräuter haben in meinem Waldgarten einen festen Platz. Bei diesen Pflanzen profitieren Mensch sowie Tier gleichermaßen von den Blüten, Früchten und Pflanzenteilen.

Da ich Liebhaber von jeglichen Beeren bin dürfen diese natürlich im Garten nicht fehlen. Das Angebot an Beeren umfasst momentan: Brombeeren, Erdbeeren, Heidelbeeren, Himbeeren und Stachelbeeren. Die Beeren verwöhnen uns mit viel Vitamin C, Calcium, Kalium und weiteren wichtigen Mineralstoffen. In der Küche sind sie vielfältig einsetzbar: beispielsweise als Dessert zu Joghurt, Eis oder Pudding, im Müsli für den gesunden Start in den Tag, als Sirup, Marmelade oder Likör. Beeren können auch problemlos eingefroren werden.

Derzeit stehen im Bienengarten sieben junge heimische Obstbäume:  Fünf Apfel-, ein Kirsch- und ein Pflaumenbäumchen. Dazu kommen noch zwei Exoten: Eine Feige und ein Olivenbäumchen.

Ganz neu versuche ich Kartoffeln in Kübeln anzubauen. Der sogenannte „Potato-Pot“ besteht aus einem 2-Topf-System, bei dem hoher Ertrag über die ganze Saison möglich ist. Ich bin gespannt!

Märzenbecher

Märzenbecher, Foto aufgenommen im Bienengarten, Frühling 2022 – © Frank Werner

Märzenbecher

Märzenbecher, strahlend weiße Glocken
läuten schon den Frühling ein;
trotzen kaltem Wind und weißen Flocken,
wollen zarte Frühlingsboten sein.
Nach den eisig kalten Wintertagen
ziehen sie verträumt die Blicke an;
wollen zeigen und uns sagen,
was so früh erblühen kann.
Sie beflügeln die Gedanken
und ermuntern unseren Geist,
dass er über kalte trübe Schranken
freudig in den Frühling reist.
Steigt die Sonne hoch hinauf,
wird es langsam warm und bunter.
Sie weckt nicht nur Blumen auf;
sie macht alle munter!

Erich Totzek († 2011)

Insektenhotel

Das neue Hotel ist aufgestellt und bereit die kleinen geflügelten Gäste zu beherbergen.

Willkommen

Frau Summ, Herr Brumm, willkommen in unserem neuen Hotel,
einige Röhrchen sind noch frei, doch kommen Sie schnell.
Die Plätze an der Sonne sind sehr begehrt – pflegen Sie hier ihre Brut,
wir garantieren im Insektenhotel „Bienengarten“ geht es Ihnen gut.
Zur Frühlingszeit ist die Hauptsaison, es ist ein wahres Fest,
weil sich im blühenden Garten am besten leben lässt.

Februar 2022, © Frank Werner

Sonnenschein und Bienenflug an Neujahr

Das neue Jahr strengt sich mächtig an und der erste Tag 2022 liefert zweistellige Temperaturen (+15°C am Mittag) mit Sonnenschein. Bei dem milden Wetter freuen sich die Bienen und sie machen ihren ersten Reinigungsflug und räumen auf. Beim Reinigungsflug entsorgen die Bienen ihren Unrat, der sich in ihrer Kotblase während der langen Winterruhe angesammelt hat. Bienen verunreinigen nicht ihren Stock.

Mit „aufräumen“ ist gemeint, dass die verstorbenen Bienen die sich am Boden der Bienenbehausung angesammelt haben von den ordnungsliebenden Schwestern rausgebracht werden. Dies wiederum freut die Singvögel, die sich auch umgehend, den auf dem Flugbrett präsentierten Snack mit Begeisterung schmecken lassen.

Beim Anblick der fliegenden Bienen im neuen Jahr lacht mein Imkerherz und freut sich über die emsigen Tierchen. Jedoch wird es aller Vorrausicht jetzt nicht so bleiben und das kommende viertel Jahr wird noch einige frostige Temperaturen mit sich bringen. Aber der Frühling ist Gewiss und die Vorfreude auf die schöne Zeit steigt!

Schnurrdiburr oder Die Bienen

Eine vor 153 Jahren (1869) erschienene Bildergeschichte
des humoristischen Dichters und Zeichners Wilhelm Busch.
Erstdruck: München (Braun und Schneider) 1869.

Zweites Kapitel


Hans Dralle hat ein Schwein gar nett,
Nur ist’s nicht fett.


Es schnuppert keck in allen Ecken
Und schabt sich an den Bienenstöcken.

Die Bienen kommen schnell herfür
Und sausen auf das Borstentier.

U, ik! U, ik! – so hat’s geschrien. –
Hans Dralle denkt: »Wat hat dat Swien?!«

Wie staunt Hans Dralle, als er’s da
Schön abgerundet stehen sah! –

Der Schweinekäufer geht vorüber:
»Was wollt Ihr für das Schwein, mein Lieber?«

So’n twintig Daler, heb ick dacht!«
»Hier sind sie, fertig, abgemacht!«

Hans Dralle denkt sich still und froh:
»Wat schert et meck! Hei woll dat jo!«

Er stellt sich flugs vor seine Bienen
Und pfeift ein altes Lied von ihnen:

Fliege, liebe Biene, fliege
Über Berg und Tal
Auf die Blumen hin und wiege
Dich im Sonnenstrahl!
Kehre wieder, kehre wieder,
Wenn die Kelche zu;
Leg‘ die süße Bürde nieder
Und geh auch zur Ruh‘!

Ei, ei! Was soll denn dieses geben?!
Zwei Bienen schon mit Wanderstäben?!

Hans Dralle schaut ins Immenloch:
Wat Deuker! Hüte swarmt se noch!

Die Luft ist klar, die Luft ist warm;
Hans Dralle wartet auf den Schwarm.

Ihm wird so dumm und immer dummer;
Hans Dralle sinkt in sanften Schlummer.

Tüt, tüt! Sim, sim! so tönt es leise
Im Bienenstocke her und hin;
Es sammelt sich das Volk im Kreise,
Denn also spricht die Königin:

»Auf, Kinder! schnürt die Bündel zu!
Er schnarcht, der alte Staatsfilou! –
Nennt sich gar noch Bienenvater!
Ein schöner Vater! Sagt, was tat er?
Und wozu taugt er?
Aus seinem Stinkehaken raucht er! –
Ist ein Gequalm und ein Geblase,
Ewig hat man den Dampf in der Nase! –
Da hält man sich nun im Sommer knapp,
Schleppt und quält und rackert sich ab;
Denkt sich was zurückzulegen,
In alten Tagen den Leib zu pflegen…
Ja wohl!
Kaum sind Kisten und Kasten voll,
Trägt uns der Schelm den Schwefel ins Haus
Und räuchert und bläst uns das Leben aus. –
Kurzum! er ist ein Schwerenöter!
Ein Honigdieb und Bienentöter! –
Drum auf und folgt der Königin!!«

Schnurrdiburr! da geht er hin!


Quelle: Wilhelm Busch: Werke. Historisch-kritische Gesamtausgabe, Bde. I-IV, Band 2, Hamburg 1959, S. 5.
Permalink: http://www.zeno.org/nid/20004610903
Lizenz: Gemeinfrei

Waldbaden – In den Wald eintauchen

Mein Bienengarten befindet sich, wie auch schon bei der Startseite erwähnt, in einer Waldlandschaft auf der Sickinger Höhe im südwestlichen Rheinland-Pfalz. Dieses schöne Fleckchen Erde ist für mich eine wahre Wohlfühloase für Regeneration und Entspannung. Denn der Wald hat eine ganz besondere Fähigkeit wie sonst kein anderer Ort. Er lässt mich fast augenblicklich zur Ruhe kommen.

Der Bienengarten befindet sich in einer lichten Waldlandschaft – Sickinger Höhe (RLP).

Wenn ich im Wald bin mit all den Pflanzen und Tieren, das Blätterdach und den Himmel über mir habe und den Waldboden unter mir, dann spüre ich intensiv das Leben und es geht mir gut. Im Grünen zu Arbeiten ist für mich ein wahres Anti-Stress-Programm. Es stellt sich bei mir fast unmittelbar Freude und Ruhe ein, meine Gedanken ordnen sich und oft habe ich dann die brillantesten Ideen.

Es ist das intensive Spüren einer urvertrauten Energie. Der Wald spricht die Sinne an, hebt die Stimmung und hilft beim Stressabbau. Geräusche, Duft, Luft, Licht und Farben wirken positiv auf unseren Organismus. Es ist eine Wohltat und ein regelrechter Energie-Booster, sich die Lunge mit der unverbrauchten Waldluft zu füllen.


Wir sind mit der überraschenden Tatsache konfrontiert,
dass es sich beim Immunsystem um ein Sinnessystem handelt,
das fähig ist, wahrzunehmen, zu kommunizieren und zu handeln.
Joel Dimsdale, Professor für Psychiatrie an der Universität von Kalifornien, San Diego [1]


Nach mannigfachen wissenschaftlichen Erkenntnissen führt die exzellente Luftqualität und die Reduktion von Luftschadstoffen im Wald zur Entlastung von Atemwegen und Haut, sowie einer systemischen Wirkung u. a. auf Herz und Gefäße. Die gute Waldluft verbessert die Elastizität der Blutgefäße und die Lungenkapazität. Die niedrigere Lufttemperatur steigert die körperliche Leistungsfähigkeit.

Bewusst erlebte Waldspaziergänge (sogenanntes Waldbaden) steigern das Selbstwertgefühl, heben die Stimmung und helfen beim Stressabbau. Die Stressreduktion setzt bereits nach wenigen Minuten Aufenthalt im Wald ein. Die parasympathische Nervenaktivität, die bei Entspannung steigt, nimmt zu. Die Stresshormone Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol sinken. Und auch der Blutdruck sinkt.

Das Immunsystem wird gestärkt:
Ein einziger Tag im Wald reicht, um die Anzahl und Aktivität natürlicher Killerzellen, eine spezielle Art der weißen Blutkörperchen im Blut, zu erhöhen. Diese Immunzellen sind wichtig für die Abwehr von Bakterien, Viren und auch entartete Zellen, die später zu Krebs führen könnten. Und sie bekämpfen sogar bereits bestehende Tumorzellen.

Stress wird abgebaut:
Der regelmäßige Aufenthalt im Wald wirkt sich positiv auf unseren Körper aus. Das Level der Stresshormone Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin sinkt. Zudem wird der Parasympathikus (Ruhenerv) aktiviert.  Somit verhilft uns das Waldbaden zu mehr Entspannung, weniger Stress und tut unserem Körper und der Psyche gut.

Herz-Kreislauf-Stärkung:
Waldbaden senkt den Blutdruck und Puls und sorgt für eine Vergrößerung der Herzratenvariabilität (HRV). Eine hohe HRV wird allgemein als Zeichen eines gesunden Herzens angesehen und mit psychologischer Gesundheit, höherer Lebensqualität und geringerer Anfälligkeit für Krankheiten in Verbindung gebracht.

Der Begriff Waldbaden nimmt seinen Ursprung aus dem Japanischen und wurde schon in den 80er Jahren dort begrifflich erfasst. „Shinrin Yoku“ bedeutet „ein Bad in der Atmosphäre des Waldes nehmen“. Sich also in den Wald zu begeben, die Umgebung bewusst wahrzunehmen und in sich aufzunehmen bzw. in sie einzutauchen.


Japanische Wissenschaftler haben nachgewiesen, dass Waldbaden ähnlich wie eine Aromatherapie wirken kann und sich positiv auf Gesundheit und Wohlbefinden auswirkt. Durch die Öle (Terpene) und den Sauerstoff, den die Bäume abgeben, wird nicht nur das Immunsystem gestärkt, auch Stress, Angstzustände, Depressionen und Wut können nachweislich gesenkt werden.
Andrea Tschaban, Consumer Online Communications [2]


Fazit: Ein Aufenthalt im Wald ist nicht nur grüne Natur, sondern weckt die Sinne, ist Entspannung pur und tut uns gesundheitlich rundum gut.

Auch mein Wölfchen „Bakira“ liebt es in der Atmosphäre des Waldes zu baden.

Quellen:
[
1] Joel E. Dimsdale, Geleitwort, in: Christian Schubert (Hrsg.), Psychoneuroimmunologie und Psychotherapie, S.V. Schattauer Verlag, Stuttgart, 2011.
[2] Andrea Tschaban – www.blog-ergo.de/waldbaden-balsam-fuer-koerper-und-seele