Zuhause im Bienengarten

Die Wohnungen der Honigbienen im Bienengarten

Heute möchte ich Euch die aktuellen Wohnstätten meiner Honigbienen zeigen. Jeder Bienenstand ist ein Unikat und der Standort wurde sorgfältig ausgewählt. So habe ich die Stände in Hanglage nach Südwest oder Südost ausgerichtet. Alle Konstruktionen sind selbst gezimmert und wurden spezifisch für das Gelände angefertigt.

Ausnahmslos bestehen die Unterkünfte (sogenannte Beuten) aus dem natürlichen Rohstoff Holz. Die Magazinbeuten im Zanderformat sind untereinander kompatibel und beliebig stapelbar, was eine einfache Erweiterung oder Einengung des Brut- und Honigraums ermöglicht.

Auch in dem geschlossenen Bienenstand (6 -9 / siehe Foto) sind im Inneren Zanderbeuten, die man mühelos mittels Schwerlastauszügen nach hinten herausziehen und von oben behandeln kann. Ursprünglich war dieser massive „Schrank“ aus Eichenholz eine veraltete Hinterbehandlungsbeute. Diesen altertümlichen Kasten, auch Blätterstock genannt, habe ich für meine Zwecke umgebaut und auf das heutzutage gängige Zanderformat modernisiert.

Damit ihr Euch ein Bild davon machen könnt, nachfolgend ein paar Fotos zu den Immen-Behausungen des Bienengartens. Über Kommentare oder auch fachspezifische Fragen freue ich mich sehr.

Herzliche Grüße, Frank

Gartenglück

… oder die Stimme des Gartens.Flower 218

Schon Cicero sagte einst:

„Wenn du einen Garten
und dazu noch eine Bibliothek hast,
wird es dir an nichts fehlen.”

Da bin ich ganz bei ihm, wobei es fraglich ist, ob diese Aussage in der heutigen Zeit von Steingärten, Stadtbalkonen und E-Book-Lesern noch auf viele Menschen zutrifft? Aber sicher bin ich, dass beides eine Oase der Entspannung und Zufriedenheit sein kann, weil es bei mir so ist.

Seit dem biblischen Garten Eden sind Gärten die Verkörperung von Entspannung, Ruhe, Frieden, Muße und Glück. Gärten bieten Schutz gegen die moderne und oft feindliche Umwelt und sie bieten die Möglichkeit, in die Rhythmen der Natur friedlich einzutauchen.

Das Thema „Insektensterben“ ist aktuell in aller Munde und jeder, der einen Garten bewirtschaftet, kann aktiv die Insekten und die Pflanzenvielfalt (Biodiversität) unterstützen. Dazu sollte man seinen Garten natürlich und mit entsprechenden bienenfreundlichen Blühpflanzen und ursprünglichem Lebensraum gestalten.

Allein in Deutschland gilt nach Angaben des Naturschutzbundes (NABU) jede Dritte der 560 Wildbienenarten als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. 39 Arten sind sogar schon ausgestorben.

Darum möchte ich jedem Natur- und Gartenfreund ans Herz legen, die bedrohten Insekten zu schützen und dementsprechend naturnah zu gärtnern. Lasst die Stimme des Gartens mit summen, brummen und zwitschern erklingen und genießt den Klang der anmutigen Natur!

Schild am Eingang zum Bienengarten.
Schild am Eingang zum Bienengarten.

Der Sommer ist da und die Bienen tanzen

Mit dem Juni ist der Sommer eingekehrt und die Temperatur hat die 30°C-Marke erreicht. An den Bienenstöcken ist Hochbetrieb, die „Mädels“ sammeln fleißig Nektar und Pollen. In meinen Pausen setze ich mich gerne an ein schattiges Plätzchen und beobachte das emsige Treiben der Bienen, dass mich jedes Mal aufs neue begeistert.

Es summt und brummt, die Bienen tanzen im Sonnenschein.
Es summt und brummt, die Bienen tanzen im Sonnenschein.

Manchmal sieht es aus, als würden die Bienen im goldenen Sonnenlicht tanzen. Dann wieder kommt es mir vor, als hätten einige es besonders eilig und sie schießen aus ihrer Behausung wie eine Pistolenkugel in den blauen Himmel. Mit genauso einem Tempo landen auch ganz Eifrige auf dem Flugbrett und diverse tollpatschige Immen überschätzen sich mit der Lande-Geschwindigkeit und purzeln regelrecht nachhause.

Es gibt aber auch unter den Bienen eher gemütliche Typen, die alles mit Ruhe machen, verträumt vor ihrer Haustür sitzen, neugierig etwas untersuchen, sich eben anderes verhalten als die arbeitsamen Schwestern und vom restlichen Bild förmlich aus der Reihe tanzen.

Tanz, tanz aus der Reihe.
Tanz, tanz, tanz aus der Reihe.

Apropos Schwestern, ab und an sieht man auch einen dicken Drohn (Bruder/männliche Biene) der gerade Flugstunden nimmt. Der Lebenssinn der Drohnen besteht hauptsächlich aus „futtern“ und jungfräuliche Bienenköniginnen zu begatten. Drohnen entstehen im Gegensatz zu ihren Schwestern, den Arbeiterinnen, aus einem unbefruchteten Ei. Somit haben sie keinen Vater, sondern nur eine Mutter; die Königin.

Die pummeligen „Prinzen“ führen aber nur kurz ein Lotterleben, denn haben sie es geschafft sich mit einer jungen Bienenkönigin zu paaren, sterben sie danach. Drohnen, die im Spätsommer/Herbst noch leben, werden von den Arbeiterinnen aus dem Bienenstock herausgejagt (Drohnenschlacht) und sterben ebenfalls.

Wenn jetzt manche denken, Drohnen seien faul und unnütz, muss ich zur deren Verteidigung dagegenhalten und betonen, dass Drohnen für die Bildung neuer Honigbienenvölker unentbehrlich sind – ohne Fortpflanzung kann das Volk nicht weiterbestehen.

Ein Volk kann aber auch nicht ohne Nahrung überleben, deswegen ist es wichtig, dass es keine Trachtlücken gibt und immer etwas am Blühen ist. Diesen Monat hat es im Bienengarten auch wieder reichlich geblüht. Unter anderem diverse Rosen, Nelken, Funkien, Fingerhut, Blauer Eisenhut, Storchenschnabel, Liguster, Natternkopf.

Waldmeister

Der Waldmeister (Galium odoratum) gehört zur Familie der Rötegewächse (Rubiaceae) und fühlt sich besonders in schattigen Laubwäldern mit leicht feuchten, nährstoffreichen Böden (gerne kalkhaltig) wohl. Er ist in ganz Mittel- und Nordeuropa heimisch.

Schon in früheren Zeiten (Mittelalter) war das Kraut als Würz- und Heilpflanze sehr beliebt. Das „Wohlriechende Labkraut“ fand Verwendung als Duft/Lufterfrischer, in der Küche und als Arznei. Auch wurde der Waldmeister als „Frauenbettstroh“ bezeichnet und Wöchnerinnen nutzten ihn zum Auffüllen von Betten (Kräuterkissen).

Die Pflanze trägt viele Namen und wird auch „Gliedkraut“, „Herzfreund“, „Maikraut“, „Mäserich“, „Mösch“, „Schumarkel“, „Sternleberkraut“, „Tabakskraut“ , „Teekraut“, „Waldelfenkraut“, „Walpurgiskraut“, „Waldmeier“,  oder „Waldmännchen“ genannt.

Zurzeit blüht der Waldmeister auch im Bienengarten und verströmt einen herrlichen Duft. Dazu möchte ich noch anmerken, dass das künstliche Aroma dem Original um Längen in Duft und Geschmack hinterherhinkt.

Ausschlaggebend für den würzigen Duft ist der Stoff „Cumarin“ der in den Blättern und Stängeln enthalten ist. Cumarin hilft in leichter Dosis bei Migräne und Kopfschmerzen, außerdem fühlt man sich davon schön beschwingt. Also die optimale Zutat für die Maibowle! ?

Doch Vorsicht, Überdosierung führt zum genauen Gegenteil mit Schwindel, Übelkeit und Kopfschmerzen. Daher sollten die Blätter nicht zu lange ziehen und auch nicht mehr als 3 Gramm frischer Waldmeister pro Liter für die Maibowle verwendet werden.

Apropos, die Maibowle ist ein alter Liebestrank und schon im Jahr 854 n. Chr. soll der Benediktinermönch „Wandalbertus“ die schönen Worte: „Schütte den perlenden Wein auf das Waldmeisterlein“ geschrieben haben. Die berauschende Wirkung des Trunks sollte ebenfalls wie der „Tanz in den Mai“ die Liebesbereitschaft steigern. ^^

Steckbrief Waldmeister

Botanischer Name: Galium odoratum
Wuchs-Typ: Staude, Rhizom
Wuchshöhe: 20 cm bis 30 cm
Wuchsbreite: 15 cm bis 60 cm
Wuchseigenschaften: Flachwüchsig, Ausläufer
Blütezeit: April bis Juni
Erntezeit: März bis April (Vor der Blüte)
Blütenfarbe: Weiß
Blütenform: Doldentrauben
Blattfarbe: Grün
Blattform: Elliptisch
Standort: Halbschattige bis schattige Standorte mit feuchten, kalkhaltigen und nährstoffreichen Böden
Verwendung als Heilkraut: Nervöse Unruhe, Stress, Migräne, Frühjahrsmüdigkeit, Gelbsucht, Hämorrhoiden, Magenkrämpfe, Leberstauung, Venenerkrankungen
Verwendung als Gewürzkraut: Bowle, Pudding, Kuchen & Torten, Süßwaren, Eiscreme, Getränke

Zu guter Letzt noch ein Waldmeister-Gedicht zum Muttertag:

Mit einem Strauß Waldmeister
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Weiß und grün ist mein Strauß,
hübsch bescheiden sieht er aus.
Frisch vom Wald kommt er herein.
Rieche nur, er duftet fein!
Nimm! Vom Frühling ist‘s ein Stück.
Ich wünsche dir Mutter, lauter Glück!

Josef Guggenmos (1922-2003)

April, ein blütenstarker Monat

Abgesehen von der momentanen Lage der Corona-Krise haben wir eine traumhaft schöne Frühlingszeit und ich kann mich nicht zurück erinnern wann wir wettertechnisch schon einmal so einen wundervollen und sonnenreichen April hatten. Täglich genieße ich die herrliche Zeit im Bienengarten und erfreue mich an der reich blühenden Natur und dem emsigen Treiben der Bewohner des Bienengartens.

Ein kleiner Wermutstropfen ist, dass mein gesammelter Regenwasservorrat schon knapp wird, da ich viel gießen muss und es es diesen Monat fast nicht regnete. So hoffe ich, dass es bald ein paar Regentage gibt damit mein 2000 L – Wasserspeicher wieder befüllt wird.

Im Bienengarten blüht und sprießt es momentan gewaltig. U.a. Apfel, Bärlauch, Flieder, Goldnessel, Lorbeerkirsche, Pflaume, Süßkirsche, Tulpen, Waldmeister, Weißdorn und vieles mehr.

Bio-Walderdbeere für den Bienengarten

Anfang März habe ich im Bienengarten ein mit Trittsteinen begehbares Erdbeerbeet angelegt.

Zugleich keimt, wächst und gedeiht die Aussaat der Walderdbeere (Fragia vesca) am Fenster im Mini-Gewächshaus.

Jetzt muss ich mich noch etwas in Geduld üben und wenn die Pflänzchen dann stark genug sind werden sie ins Freiland gepflanzt und können sich dort weiterentwickeln.

Warmer Januar – Früher Reinigungsflug

Der Januar 2020 war in Europa um 3,1 Grad wärmer als die durchschnittliche Januartemperatur der Jahre 1981 bis 2010

Laut europäischem Klimawandeldienst Copernicus (Copernicus Climate Change Service) war der Januar 2020 der wärmste Januar in Europa und auch zusammen mit dem Januar 2016, weltweit seit Beginn der Aufzeichnungen.

Reinigungsflug der Bienen am 16.01.2020 

Die milde Mittags-Temperatur um die 13°C und strahlender Sonnenschein lockte auch meine Bienen so früh zu Jahresbeginn aus ihrer Behausung um zum Reinigungsflug zu starten.

Beim Reinigungsflug entsorgen die Bienen ihren Unrat, der sich in ihrer Kotblase während der langen Winterruhe angesammelt hat. Bienen koten nicht in ihren Stock, durch dieses Hygieneverhalten wird die Gefahr der Verbreitung von Krankheitserregern im Nest erheblich reduziert.

Voraussetzung für den Reinigungsflug ist ein sonniger Tag mit einer Lufttemperatur von mindestens 10°C um die Mittagszeit.

Bei 13° C machten die Bienen schon am 16.01.2020 ihren ersten Reinigungsflug.

Maßlieb im Winter

Was ist das für ein Winter nur!
Kein Schnee, kein Eis auf weiter Flur;
Auf grünem Grund sind ausgestreut
Maßlieb wie um die Sommerszeit.

Ihr kleinen Blumen Anmut reich,
bescheiden ihr und schön zugleich,
Wie freundlich blickt ihr aus dem Grün,
Die ihr so zart seid und so kühn

Johannes Trojan (1837-1915)

 

Anmerkung: Maßlieb = Gänseblümchen

Herbsttag

Dies ist ein Herbsttag, wie ich keinen sah!
Die Luft ist still, als atmete man kaum,
Und dennoch fallen raschelnd, fern und nah,
Die schönsten Früchte ab von jedem Baum.
O stört sie nicht, die Feier der Natur!
Dies ist die Lese, die sie selber hält,
Denn heute löst sich von den Zweigen nur,
Was von dem milden Strahl der Sonne fällt.

(Christian Friedrich Hebbel, 1813-1863)


Bakira im Blättermeer

Die Bäume im Bienengarten haben schon kräftig Laub abgeworfen und ein bunter Blätterteppich schmückt den Waldboden.

Bakira genießt den Tag im Blättermeer.