An die Bienen

Bienen! Immen! Sumseriche!Bees and Hive
Wer sich je mit euch vergliche,
der verdient, dass man ihn töte!
Dass zumindest er erröte!
Denn, wie ihr in Tal und Berg schafft
ohne Zutun der Gewerkschaft,
ohne dass man euch bezahle,
ohne Streik und Lohnspirale,
täglich, stündlich drauf bedacht,
dass ihr für uns Honig macht,
ihr seid’s wert, dass man euch ehre!
Wobei vorzuschlagen wäre-
ob nun alt ihr, ob Novizen –
euch von heute ab zu siezen!
Unser Dank, unser Applaus
säh in etwa so dann aus:
„Sehr geehrte Honigbienen!
Wir Verbraucher danken Ihnen!“

(Heinz Erhardt)

Von Blüte zu Blüte

Nichts gleicht der Seele so sehr wie die Biene,
sie fliegt von Blüte zu Blüte
wie die Seele von Stern zu Stern,
und sie bringt den Honig heim
wie die Seele das Licht.

Victor Hugo (1802 – 1885), französischer Schriftsteller

Das Leben …

Das Leben zeugt Blumen und Bienen.
Blumen, das sind die schöpferischen Geister
und Bienen, die andern, die daraus Honig sammeln.

Christian Morgenstern (1871 – 1914), deutscher Schriftsteller

Wenn bitter sich die Menschen streiten …

Wenn bitter sich die Menschen streiten
mit Grösse wie mit Kleinigkeiten
da weiche ich am liebsten ausCartoon Nature Scene
und flüchte mich ins Bienenhaus.

Hör ich das friedliche Gesumm,
vergess ich Schelten und Gebrumm,
und aller Krieg und Krach auf Erden
kann mir sogleich gestohlen werden.

Ein Blümchen vom Boden hervor,
war früh gesprosset im lieblichen Flor,
da kam ein Bienchen und naschte fein –
die müssen wohl beide füreinander sein!

J. W. von Goethe

Wie freut mich’s, dass ich Imker bin

Imkerlied
(Melodie: Steh‘ ich in finst’rer Mitternacht)

Wenn ich vor meinem Stande steh‘Bee
und meine Bienen fliegen seh‘,
so denk ich oft in meinem Sinn,
wie freut mich’s, dass ich Imker bin.

Steh‘ mit der gold’nen Sonn‘ ich auf,
sind meine Bienen längst wohlauf;
sie fliegen emsig her und hin,
d’rum freut mich’s, dass ich Imker bin.

Und wenn mein Tagewerk vollbracht,
zur Ruhe winkt die stille Nacht,
leg‘ ich mich selig träumend hin.
und freu‘ mich, dass ich Imker bin.

Und so vergeht mir froh die Zeit,
die Bienen werden schwarmbereit,
sie freu’n sich ihrer Königin,
und mich freut’s, dass ich Imker bin.

Und wird das Wetter dumpf und heiß,
fließt von der Tanne süßer Schweiß,
schwing ich die Schleuder froh und sing:
Wie freut mich’s, dass ich Imker bin.

Wilhelm Wankler (1884)

Wenn ich zu meinem Stande geh

Wenn ich zu meinem Stande geh
Und tausend Bienen um mich seh
Und hör das altvertraute Summen,
Dann müssen Leid und Gram verstummen.

Dann denk ich nicht an Gut und Geld,
Nicht an den Hader in der Welt,
Nicht an den Lärm auf allen Gassen,
Nicht an der Feinde grimmes Hassen,

Noch an der Freunde Neid und Spott;
Dann dank ich still nur meinem Gott,
Dass er im Tollhaus dieser Erden
Dies Heim des Friedens mir lies werden.

Kehr ich vom Bienenstand zurück,
Ist aufgehellt der trübe Blick.
Denn, was mir grau und schwer erschienen,
Das gab ich meinen lieben Bienen.

Die trugens in die Luft hinaus,
Gleich allem Schmutz aus ihrem Haus,
Und was sie mir dafür gegeben,
Ist neue Kraft zu frohem Leben.

Edmund Herold „Der Bienen-Narr“

Wieviel ist ein Glas Honig wert?

Gespräch mit der BienenköniginGrinning Honey Bee

„Erlauben Sie mir, einen Wunsch zu sagen.
Ich möchte ein Glas Honig haben.
Was kostet’s? Ich bin zu zahlen bereit.
Für was Gutes ist mir mein Geld nicht leid.“

„Sie wollen was Gutes für ihr Geld?
Sie kriegen das Beste von der Welt!
Sie kaufen goldenen Sonnenschein,
Sie kaufen pure Gesundheit ein!

Was Besseres als Honig hat keiner erfunden.
Der Preis? Ich verrechne die Arbeitsstunden.
Zwölftausend Stunden waren zu fliegen,
um so viel Honig zusammen zu kriegen.

Ja, meine Leute waren fleißig!
Die Stunde? Ich rechne Zwei-Mark-Dreißig.

Nun rechnen Sie sich’s selber aus!
27.000 kommt heraus.

27.000 Mark und mehr.
Hier ist die Rechnung, ich bitte sehr!“

Josef Guggenmos

Das Reich am Teich

Das Reich am Teich

Im Bienengarten gibt es einen Teich,Frog
dort lebt ein Frosch mit ein paar Fischen.
Der Frosch blickt stolz auf sein Königreich,
den Fischen ist es jedoch gleich.
Die Bienen laben sich am nassen Quell,
ich staune, die Natur, wie originell.
Es ist genug für alle da, im Leben wie am Teich,
wer das versteht, der ist wahrhaftig reich. 

Oktober 2018, © Frank Werner

Der Teich vom Bienengarten, dient als Biotop für viele Arten.