Das Leben zeugt Blumen und Bienen.
Blumen, das sind die schöpferischen Geister
und Bienen, die andern, die daraus Honig sammeln.
Christian Morgenstern (1871 – 1914), deutscher Schriftsteller
Auch der April war wie die vorangegangenen Monate außergewöhnlich im Sinne: zu warm, zu trocken, viel Sonnenschein.
Mit einer durchschnittlichen Sonnenscheindauer von 220 Stunden gehört der April zu den fünf sonnenscheinreichsten Aprilmonaten seit Beginn der Messungen von 1951.
Somit war der April mit einer durchschnittlichen Temperatur von +9,6 Grad gegenüber dem langjährigen Mittelwert von 1961 bis 1990 und +2,2 Grad und gegenüber der Klimareferenzperiode von 1981 bis 2010 um +1,3 Grad zu warm.
Damit ist der April 2019 der 13. zu warme Monat in Fortsetzung. So etwas gab es noch nie seit Beginn der Wetteraufzeichnungen (ab 1781) und zeigt sehr deutlich die Folgen des Klimawandels.
Wenn bitter sich die Menschen streiten
mit Grösse wie mit Kleinigkeiten
da weiche ich am liebsten aus
und flüchte mich ins Bienenhaus.
Hör ich das friedliche Gesumm,
vergess ich Schelten und Gebrumm,
und aller Krieg und Krach auf Erden
kann mir sogleich gestohlen werden.
Ein Blümchen vom Boden hervor,
war früh gesprosset im lieblichen Flor,
da kam ein Bienchen und naschte fein –
die müssen wohl beide füreinander sein!
J. W. von Goethe
Imkerlied
(Melodie: Steh‘ ich in finst’rer Mitternacht)
Wenn ich vor meinem Stande steh‘
und meine Bienen fliegen seh‘,
so denk ich oft in meinem Sinn,
wie freut mich’s, dass ich Imker bin.
Steh‘ mit der gold’nen Sonn‘ ich auf,
sind meine Bienen längst wohlauf;
sie fliegen emsig her und hin,
d’rum freut mich’s, dass ich Imker bin.
Und wenn mein Tagewerk vollbracht,
zur Ruhe winkt die stille Nacht,
leg‘ ich mich selig träumend hin.
und freu‘ mich, dass ich Imker bin.
Und so vergeht mir froh die Zeit,
die Bienen werden schwarmbereit,
sie freu’n sich ihrer Königin,
und mich freut’s, dass ich Imker bin.
Und wird das Wetter dumpf und heiß,
fließt von der Tanne süßer Schweiß,
schwing ich die Schleuder froh und sing:
Wie freut mich’s, dass ich Imker bin.
Wilhelm Wankler (1884)
Daggy vom Mont Cheval
12.10.2009 – 02.02.2019
Mein lieber, wunderschöner vierbeiniger Freund ist leider viel zu früh gegangen.
Nach einer plötzlich eintretenden Krankheit, die rasch voranschritt und auch durch alle Versuche zu heilen nicht zu stoppen war, ist mein treuer Begleiter am 2. Februar 2019 verstorben. Der kleine mutige Kerl hat bis zum bitteren Ende gekämpft, doch es gab leider keine Rettung.
Daggy war über 9 Jahre mein ständiger Begleiter und ich vermisse ihn so sehr. Er war nicht einfach nur ein Hund, sondern mein bester Freund! Er hinterlässt eine große Lücke in meinem Leben und mein Herz ist jetzt so schwer.
Jeder der ihn kannte, weiß was für ein wilder absolut liebenswerter Wirbelwind er war.
Ich bin dankbar für die glückliche und schöne Zeit die ich mit meinem Gangster verbringen konnte.
Gute Reise mein geliebtes Knopfauge, Du bist jetzt nicht mehr an meiner Seite aber immer in meinem Herzen! ❤
Wenn ich zu meinem Stande geh
Und tausend Bienen um mich seh
Und hör das altvertraute Summen,
Dann müssen Leid und Gram verstummen.
Dann denk ich nicht an Gut und Geld,
Nicht an den Hader in der Welt,
Nicht an den Lärm auf allen Gassen,
Nicht an der Feinde grimmes Hassen,
Noch an der Freunde Neid und Spott;
Dann dank ich still nur meinem Gott,
Dass er im Tollhaus dieser Erden
Dies Heim des Friedens mir lies werden.
Kehr ich vom Bienenstand zurück,
Ist aufgehellt der trübe Blick.
Denn, was mir grau und schwer erschienen,
Das gab ich meinen lieben Bienen.
Die trugens in die Luft hinaus,
Gleich allem Schmutz aus ihrem Haus,
Und was sie mir dafür gegeben,
Ist neue Kraft zu frohem Leben.
Edmund Herold „Der Bienen-Narr“
Gespräch mit der Bienenkönigin
„Erlauben Sie mir, einen Wunsch zu sagen.
Ich möchte ein Glas Honig haben.
Was kostet’s? Ich bin zu zahlen bereit.
Für was Gutes ist mir mein Geld nicht leid.“
„Sie wollen was Gutes für ihr Geld?
Sie kriegen das Beste von der Welt!
Sie kaufen goldenen Sonnenschein,
Sie kaufen pure Gesundheit ein!
Was Besseres als Honig hat keiner erfunden.
Der Preis? Ich verrechne die Arbeitsstunden.
Zwölftausend Stunden waren zu fliegen,
um so viel Honig zusammen zu kriegen.
Ja, meine Leute waren fleißig!
Die Stunde? Ich rechne Zwei-Mark-Dreißig.
Nun rechnen Sie sich’s selber aus!
27.000 kommt heraus.
27.000 Mark und mehr.
Hier ist die Rechnung, ich bitte sehr!“

Bienen leben seit ungefähr 40 Millionen Jahre auf der Erde. Schon in der Steinzeit war Honig für den Menschen von großer Bedeutung und diente als geschätztes Nahrungsmittel. Bereits 9000 Jahre alte Höhlenmalereien zeigen „Honigjäger“ bei der Arbeit. Umfangreiche schriftliche Belege über die Geschichte der Imkerei sind aus der Zeit kurz vor Christi Geburt überliefert. 37 bis 29 v. Chr. verfasste der römische Epiker Vergil das Lehrgedicht Georgica (über den Landbau), in dessen 4. „Gesang“ er in 566 Versen die Haltung von Bienen in poetischer Form beschreibt. Ein altes Sprichwort besagt, dass ein einziger Bienenstock 10 Ärzte vertreibt. Bis dato verwenden wir Honig als Lebens-, Genuss- und Heilmittel.
Das Naturprodukt Honig hat über 187 Inhaltsstoffe
Hierzu gehören beispielsweise Frucht- und Traubenzucker1, Enzyme, Aminosäuren, Eiweiße, Mineralstoffe, Spurenelemente, Duft- und Aromastoffe, Flavonoide, Vitamine (B1, B2, B6, C) und Wasserstoffperoxid, das für die antibakterielle, antiseptische und antimikrobielle Wirkung des Honigs verantwortlich ist.
Nebenhöhlenentzündung – Honig schlägt Antibiotika
Letztens bin ich auf die Schlagzeile „Honig schlägt Antibiotika“ bei FOCUS Online gestoßen. In dem Bericht geht es darum, dass bei Sinusitis (Entzündung der Nebenhöhlen) Honig eine bessere Heilkraft als Antibiotika haben soll.
Focus schreibt: „Kanadische Forscher haben herausgefunden, dass das süße Naturprodukt gegen chronische Sinusitis helfen kann: Honig attackiert den sogenannten Biofilm, der die Entzündung der Nebenhöhlen zu einer schwer therapierbaren Krankheit macht. Diese Lebensgemeinschaft verschiedener Bakterien auf einer dünnen Schleimschicht widersetzt sich jeder Antibiotikabehandlung, sodass eine Entzündung immer wieder aufflackert.
Honig attackiert auch resistente Bakterien
Die HNO-Experten um Talal Alandejani von der Universität Ottawa brachten im Labor eine Reihe Bakterienfilme verschiedener Zusammensetzung mit Honig in Kontakt, darunter vor allem Staphylococcus aureus und Pseudomonas aeroginosa. Beide Bakterien sind weitverbreitet, für zahlreiche Infektionen verantwortlich und einige Stämme sind resistent gegen die gängigen Antibiotika. Die Honigbehandlung tötete in jeder einzelnen Probe mehr Bakterien ab als die zum Vergleich eingesetzten Antibiotika. Die HNO-Experten sehen daher in Honig ein potentes Mittel gegen therapieresistente Nebenhöhlenentzündungen, möglicherweise in Salbenform.″
Quelle: www.focus.de
Honig unterstützt die Wundheilung
Auch der Biochemiker Peter Molan von der Universität Waikato in Neuseeland erforschte, dass rund 60 Arten von Bakterien mit Honig besiegt werden können (selbst gefährliche wie: Staphylococcus Aureus). Auch Bakterien die gegen Antibiotika resistent sind, können durch Honigverbände/Wundauflagen abgetötet werden.
Honig – Desensibilisierung gegen Pollenallergie
Da Honig geringe Mengen an Blütenpollen enthält, kann er beim Verzehr das Immunsystem trainieren, ähnlich wie bei einer schul-medizinischen Desensibilisierung. Ein bis zwei Teelöffel Honig am Tag reichen bereits aus. Eine solche Pollenaufnahme durch den Verzehr des Honigs gewöhnt den Körper nach und nach an den Umgang mit den Pollen und wirkt so als natürliches Mittel gegen Pollenallergien wie zum Beispiel Heuschnupfen. Allerdings funktioniert das nur, wenn der Honig von Bienen aus der Region eingetragen wurde und die Pollen drin sind, auf die man allergisch reagiert. Außerdem kommt es darauf an, wann der Honig geerntet wurde. Wer auf Frühblüher reagiert, sollte Honig der im Frühjahr entnommen wurde verwenden, wer im Sommer unter Heuschnupfen leidet, nimmt den Honig der im Sommer/Herbst geschleudert wurde.
| Wichtig |
| – Honig muss die Pollen enthalten auf die man allergisch reagiert |
| – Honig muss unerhitzt (nicht über 40°C) sein |
| – Honig muss unfiltriert sein |
Honig und seine heilende Wirkung
Honig wirkt als ausgezeichneter „Stresskiller“, bei Überarbeitung, Nervosität, Schlafstörungen und Anstrengung. Er ist ein natürlicher Kraft- und Energiespender und wird in der Apitherapie als Stärkungsmittel sowie bei verschiedensten Leiden wie beispielsweise bei Atemwegserkrankungen oder Harnwegsinfektionen eingesetzt. Er stärkt das Immunsystem und kann sogar die Aufnahmefähigkeit des Körpers für Vitamine und Mineralstoffe erhöhen. Des weiteren hat Honig eine positive Wirkung auf Herz und Leber, fördert die Blutbildung, regt den Stoffwechselprozess an und ist gut für die Verdauung.
1Die zwei Hauptzuckerarten bestimmen ob der Honig schnell oder langsam kristallisiert. Überwiegt der Traubenzuckeranteil wird der Honig schneller fest. Ist der Fruchtzuckeranteil höher bleibt der Honig länger flüssig. ⇒ Zurück zum Text
Der Herbst zeigt sich mittlerweile immer mehr von seiner ungemütlichen Seite. Das bunte Farbenspiel neigt sich dem Ende zu und in den Wäldern und auf den Wiesen wird alles graubraun. Nebel und graue Regenwolken legen sich über das Land und die Tage werden immer kürzer. Mittlerweile ist es weniger als neun Stunden am Tag hell und der Mensch so wie das Tier versetzt sich in Rückzugsstimmung. Mit den kühlen Temperaturen ziehen sich auch die Bienen in ihre Behausung zurück. Wie oft angenommen wird halten sie jedoch keinen Winterschlaf, sondern sind innerhalb ihres Bienenstocks putzmunter und damit beschäftigt sich eng aneinander zu kuscheln und gegenseitig zu wärmen. Sie bilden eine sogenannte Wintertraube, ein kugeliges Gebilde aus tausenden Bienenkörpern in deren Zentrum sich die Königin befindet.
Bei folgendem Text von Wolfgang Ritter wird die Bildung der Wintertraube ausführlich erklärt:
„Bei einer Umgebungstemperatur von 14–18 °C beginnt das Bienenvolk eine Traube zu bilden. Im Traubenkern mit relativ geringer Bienendichte können sich die Bienen frei bewegen. Darum herum bilden sie bei weiter sinkender Umgebungstemperatur eine dichter werdende Schale, in der die Bienen je nach Temperatur unterschiedlich angeordnet sind: Ruhig sitzende Bienen mit dem Kopf nach oben und dicht sitzende Bienen mit dem Kopf nach innen. Im Innern der Traube liegt die Temperatur zwischen 25 und 35 °C, während sie an der Traubenoberfläche 9–10 °C beträgt. Die Thermoregulation ist ganz auf die Traubenoberfläche ausgerichtet. Dort darf die Temperatur nie unter 9 °C sinken, da sonst Bienen abfallen und erstarren könnten. Wenn die Außentemperatur fällt, ziehen sich die Bienen der Schale enger zusammen, wodurch die Temperatur im Kern weiter ansteigt und Wärme nach außen abgegeben wird. Sobald die Bienen sich nicht weiter zusammenziehen können und die Temperatur an der Oberfläche unter den Sollwert sinkt, beginnen die Bienen im Innern Wärme zu produzieren. Die Zahl der Heizbienen und die Heizstärke nehmen von innen nach außen ab. Außen sitzen vorwiegend passive Bienen, die vornehmlich mit ihrem Körper isolieren. Nur im Notfall beginnen auch sie zu heizen. Da im Gegensatz zu einem gleichwarmen höheren Organismus das Gehirn als regelndes Zentrum fehlt, müssen andere Möglichkeiten der Kommunikation im Bienenvolk bestehen. Der Informationsaustausch zwischen Kern und Schale kann rein mechanisch erfolgen, wenn die Bienen in der Schale bei sinkenden Temperaturen unruhiger werden oder durch Ein- oder Auswanderung eine erhöhte Wärmebildung ausgelöst wird. Bei geringem Absinken der Umgebungstemperatur fließt mehr Wärme ab und die Temperatur im Kern sinkt, was die Bienen dort zu einer erhöhten Wärmebildung anregt. Dies scheint in den einzelnen Wabengassen unabhängig voneinander, aber doch in irgendeiner Weise koordiniert abzulaufen. Die Temperatur an der Oberfläche der Traube sinkt selbst bei Umgebungstemperaturen von -4 °C nicht unter 9 °C. Im Zentrum der Traube liegt die Temperatur im brutlosen Zustand über 20 °C und sobald Brut aufgezogen wird über 30 °C.”
Quelle: Bienen naturgemäß halten
Wenn man im Winter sein Ohr von außen an einen Bienenstock hält, ist ein leises gleichmäßiges summen zu hören. Die Bienen benutzen ihre Flugmuskulatur zum Heizen, durch Muskelzittern produzieren sie Wärme und die Honigvorräte bzw. das Winterfutter liefert die notwendige Energie. Das kleine Ökokraftwerk „Bienenvolk“ produziert so viel Wärme, dass es selbst im härtesten Winter überleben kann.

Die Honigbiene leistet mit ihren Flügen von Blüte zu Blüte und der Bestäubung einen ganz wichtigen Beitrag zur Vermehrung und damit zum Erhalt vieler Pflanzen. Dabei konzentriert sie sich bei einem Sammelflug auf die Blüten einer einzigen Pflanzenart. Dieses Verhalten wird auch Blütenstetigkeit genannt. Für die Pflanze ist dies von Vorteil, da so ihr Pollen zur gleichen Art gelangt und eine korrekte Befruchtung stattfindet.
Diese Treue zu den Blüten ist ein Indiz dafür, dass die Honigbienen das Sammeln abstimmen. Findet eine Biene eine üppige Trachtquelle teilt sie ihren Stockgenossinnen durch einen Tanz mit, wo sie Nahrung gefunden hat. Die Tanzsprache ist eine wesentliche Kommunikationsform der Honigbienen. Informationen wie Himmelsrichtung, Entfernung, Ergiebigkeit und Duft der neuen Futterquelle werden durch Tanzrichtung, Vibrationsmuster und soziales Füttern vermittelt.
Wir unterscheiden zwei Tanzformen: Rundtanz und Schwänzeltanz
Der Rundtanz zeigt eine Futterquelle in der Nähe bis etwa 100 Meter Entfernung vom Bienenstock an. Die tanzende Biene läuft dabei auf der senkrechten Wabe im Kreis, immer abwechselnd rechts und links herum. Umso imposanter und ausdrucksvoller der Tanz ausgeführt wird desto größer ist die Trachtquelle.
Bei weiter entfernt liegenden Futterquellen wird der Schwänzeltanz aufgeführt. Die Biene tanzt Halbkreise, unterbrochen von geradlinigen Läufen, bei denen sie ihren Hinterleib rasch hin und her schwenkt. Je weiter die Nahrung entfernt ist, desto langsamer wird getanzt. Die Tanzrichtungen geben die Lage der Nahrungsquelle in Relation zur Sonne an.
Der Bienentanz wurde schon von Aristoteles (384 v. Chr. – 322 v. Chr.) beschrieben. Entschlüsselt wurde er von dem Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Karl von Frisch (1886 – 1982).