Grüner Punkt für die Bienenkönigin

Der grüne Punkt der in diesem Jahr so manchen Rückenpanzer (Oberseite der Brust/Thorax) einer Königin ziert, ist keine neue Modeerscheinung und hat auch nichts mit Mülltrennung zu tun.

Eine Bienenkönigin kann bis zu 5 Jahren alt werden und der Farbpunkt dient einerseits der Altersbestimmung und andererseits kann die Königin durch die auffällige Markierung recht schnell im Bienenstock ausfindig gemacht werden.

Viele Imker markieren die Rückenpanzer ihrer Königinnen entweder mittels eines speziellen Markierstiftes oder sie kleben ein (teils auch nummeriertes) Farbplättchen aus Opalith auf den Panzer. Das Plättchen ist klein, rund und leicht, so dass die Königin dadurch in ihren Bewegungen nicht eingeschränkt wird.

Die verwendete Farbe ändert sich pro Jahr und ist abhängig von der Schlupfzeit der Königin. Die Jahresfarben sind international einheitlich festgelegt. Sie wiederholen sich alle fünf Jahre in der gleichen Reihenfolge.


Jahresmarkierung Bienenköniginnen

Simple bee from above

Grün Blau Weiß Gelb Rot
2014 2015 2016 2017 2018
2019 2020 2021 2022 2023
2024 2025 2026 2027 2028

Da ein Bienenvolk zur Hochsaison aus ca. 50 000 Bienen bestehen kann und bei einigen Arbeiten am Volk es notwendig ist, die Königin zur Sicherung schnell zu finden, zeichne auch ich meine Queens. Dazu führe ich zu jeder Bienen-Familie eine Stockkarte in der u.a. auch die Jahresfarbe/Alter der Königin protokolliert wird.

Der grüne Punkt gibt bei dieser Hoheit, das Schlupfjahr 2019 an.

Durch den Winter mit Power-Kuscheln

Bee in the RainDer Herbst zeigt sich mittlerweile immer mehr von seiner ungemütlichen Seite. Das bunte Farbenspiel neigt sich dem Ende zu und in den Wäldern und auf den Wiesen wird alles graubraun. Nebel und graue Regenwolken legen sich über das Land und die Tage werden immer kürzer. Mittlerweile ist es weniger als neun Stunden am Tag hell und der Mensch so wie das Tier versetzt sich in Rückzugsstimmung. Mit den kühlen Temperaturen ziehen sich auch die Bienen in ihre Behausung zurück. Wie oft angenommen wird halten sie jedoch keinen Winterschlaf, sondern sind innerhalb ihres Bienenstocks putzmunter und damit beschäftigt sich eng aneinander zu kuscheln und gegenseitig zu wärmen. Sie bilden eine sogenannte Wintertraube, ein kugeliges Gebilde aus tausenden Bienenkörpern in deren Zentrum sich die Königin befindet.

Bei folgendem Text von Wolfgang Ritter wird die Bildung der Wintertraube ausführlich erklärt:

„Bei einer Umgebungstemperatur von 14–18 °C beginnt das Bienenvolk eine Traube zu bilden. Im Traubenkern mit relativ geringer Bienendichte können sich die Bienen frei bewegen. Darum herum bilden sie bei weiter sinkender Umgebungstemperatur eine dichter werdende Schale, in der die Bienen je nach Temperatur unterschiedlich angeordnet sind: Ruhig sitzende Bienen mit dem Kopf nach oben und dicht sitzende Bienen mit dem Kopf nach innen. Im Innern der Traube liegt die Temperatur zwischen 25 und 35 °C, während sie an der Traubenoberfläche 9–10 °C beträgt. Die Thermoregulation ist ganz auf die Traubenoberfläche ausgerichtet. Dort darf die Temperatur nie unter 9 °C sinken, da sonst Bienen abfallen und erstarren könnten. Wenn die Außentemperatur fällt, ziehen sich die Bienen der Schale enger zusammen, wodurch die Temperatur im Kern weiter ansteigt und Wärme nach außen abgegeben wird. Sobald die Bienen sich nicht weiter zusammenziehen können und die Temperatur an der Oberfläche unter den Sollwert sinkt, beginnen die Bienen im Innern Wärme zu produzieren. Die Zahl der Heizbienen und die Heizstärke nehmen von innen nach außen ab. Außen sitzen vorwiegend passive Bienen, die vornehmlich mit ihrem Körper isolieren. Nur im Notfall beginnen auch sie zu heizen. Da im Gegensatz zu einem gleichwarmen höheren Organismus das Gehirn als regelndes Zentrum fehlt, müssen andere Möglichkeiten der Kommunikation im Bienenvolk bestehen. Der Informationsaustausch zwischen Kern und Schale kann rein mechanisch erfolgen, wenn die Bienen in der Schale bei sinkenden Temperaturen unruhiger werden oder durch Ein- oder Auswanderung eine erhöhte Wärmebildung ausgelöst wird. Bei geringem Absinken der Umgebungstemperatur fließt mehr Wärme ab und die Temperatur im Kern sinkt, was die Bienen dort zu einer erhöhten Wärmebildung anregt. Dies scheint in den einzelnen Wabengassen unabhängig voneinander, aber doch in irgendeiner Weise koordiniert abzulaufen. Die Temperatur an der Oberfläche der Traube sinkt selbst bei Umgebungstemperaturen von -4 °C nicht unter 9 °C. Im Zentrum der Traube liegt die Temperatur im brutlosen Zustand über 20 °C und sobald Brut aufgezogen wird über 30 °C.”

Quelle: Bienen naturgemäß halten

Wenn man im Winter sein Ohr von außen an einen Bienenstock hält, ist ein leises gleichmäßiges summen zu hören. Die Bienen benutzen ihre Flugmuskulatur zum Heizen, durch Muskelzittern produzieren sie Wärme und die Honigvorräte bzw. das Winterfutter liefert die notwendige Energie. Das kleine Ökokraftwerk „Bienenvolk“ produziert so viel Wärme, dass es selbst im härtesten Winter überleben kann.

Außen klirrende Kälte und im inneren des Bienenstocks heizen die Bienen.

Bienen, Blüten und Treue

Cartoon Nature SceneDie Honigbiene leistet mit ihren Flügen von Blüte zu Blüte und der Bestäubung einen ganz wichtigen Beitrag zur Vermehrung und damit zum Erhalt vieler Pflanzen. Dabei konzentriert sie sich bei einem Sammelflug auf die Blüten einer einzigen Pflanzenart. Dieses Verhalten wird auch Blütenstetigkeit genannt. Für die Pflanze ist dies von Vorteil, da so ihr Pollen zur gleichen Art gelangt und eine korrekte Befruchtung stattfindet.

Diese Treue zu den Blüten ist ein Indiz dafür, dass die Honigbienen das Sammeln abstimmen. Findet eine Biene eine üppige Trachtquelle teilt sie ihren Stockgenossinnen durch einen Tanz mit, wo sie Nahrung gefunden hat. Die Tanzsprache ist eine wesentliche Kommunikationsform der Honigbienen. Informationen wie Himmelsrichtung, Entfernung, Ergiebigkeit und Duft der neuen Futterquelle werden durch Tanzrichtung, Vibrationsmuster und soziales Füttern vermittelt.

Wir unterscheiden zwei Tanzformen: Rundtanz und Schwänzeltanz

Der Rundtanz zeigt eine Futterquelle in der Nähe bis etwa 100 Meter Entfernung vom Bienenstock an. Die tanzende Biene läuft dabei auf der senkrechten Wabe im Kreis, immer abwechselnd rechts und links herum. Umso imposanter und ausdrucksvoller der Tanz ausgeführt wird desto größer ist die Trachtquelle.

Bei weiter entfernt liegenden Futterquellen wird der Schwänzeltanz aufgeführt. Die Biene tanzt Halbkreise, unterbrochen von geradlinigen Läufen, bei denen sie ihren Hinterleib rasch hin und her schwenkt. Je weiter die Nahrung entfernt ist, desto langsamer wird getanzt. Die Tanzrichtungen geben die Lage der Nahrungsquelle in Relation zur Sonne an.

Der Bienentanz wurde schon von Aristoteles (384 v. Chr. – 322 v. Chr.) beschrieben. Entschlüsselt wurde er von dem Verhaltensforscher und Nobelpreisträger Karl von Frisch (1886 – 1982).

Hobelnde Bienen

Aus ungeklärtem Grund kann es vorkommen, dass sich ein paar bis hunderte von Bienen auf dem Anflugbrett und/oder an der Beute (Bienenbehausung) versammeln und in eine Schaukelbewegung verfallen, als würden sie den Untergrund putzen.

Dieses rätselhafte Verhalten wird „Hobeln“ genannt. Bis heute ist unbekannt aus welchem Grund die Bienen das tun.

Es gibt verschiedene Theorien für das Verhalten, die aber nicht bestätigt sind. Manche sind der Meinung, dass die Bienen den Eingangsbereich mit Propolis oder Wachs überziehen. Entweder um eine Duftbarriere zu hinterlassen oder um kleine Ritzen und Löcher zu glätten in denen sich schädliche Keime ansammeln können.

Das „Hobeln“ wird nicht bei allen Bienenvölkern beobachtet und wenn es auftritt dann meist in unterschiedlicher Intensität. Soweit bekannt, ist dieses Tun aber nicht problematisch.

Dieses Verhalten ist ein gutes Beispiel dafür, dass Forscher manche Aspekte der Bienenbiologie bis heute noch nicht entschlüsselt haben. Sollte die Ursache des Verhaltens zukünftig geklärt werden, könnte es dem Imker vielleicht wichtige Informationen liefern.

Wasser für die Bienen

bee waterNeben Nahrung aus Nektar, Honigtau und Pollen benötigen Bienen auch Wasser um ihren Durst zu stillen und um ihre Brut zu ernähren. Ein Großteil ihres Wasserbedarfes wird durch Nektar abgedeckt.

Des Weiteren brauchen Bienen Wasser sofern sie Honigtau sammeln und zum kühlen an heißen Tagen wenn die Temperatur im Stock stark ansteigt. Wird es dort zu warm, regulieren die Bienen das Klima indem sie vor allem im Brutbereich Wasser auf den Waben verteilen und durch Flügelfächern für Luftdurchzug sorgen. Durch die Verdunstung wird die Temperatur im Bienenstock gesenkt und verschafft im Nest die nötige Abkühlung.

Besonders im Frühjahr und bei großer Hitze darf es an Wasser nicht mangeln. Wenn keine Quelle, Bach, Teich oder anderes Gewässer in der Nähe ist sollte man eine Bienentränke aufstellen. Da Bienen nicht schwimmen können, muss dafür gesorgt werden, dass die Bienen nicht ins Wasser fallen und ertrinken. Optimal ist ein flacher Zugang zum Wasser. Auch kann ein Kiesbett, Steine oder Ähnliches in der Tränke verwendet werden um den Bienen das trinken zu erleichtern. Der Aufstellort sollte sonnig, warm und windstill sein. Wenn sich der Bienenstock in unmittelbarer Nähe befindet darf die Tränke nicht in der Flugschneise der Bienen sein, da sonst das Wasser durch abkoten verschmutzt werden kann.

Porträt der Honigbiene

Honigbiene (Apis mellifera)

Bienen gehören zu den Insekten (Unterordnung: Hautflügler) und somit zu den Gliedertieren.

Der Körper der Biene besteht wie bei allen Insekten aus drei Teilen:

Dem Kopf mit den zwei Facettenaugen, zwei Fühler die als Geruchsorgan dienen und den Mundwerkzeugen, die aus zwei starken Kiefern und einem Rüssel (zur Nahrungsaufnahme) bestehen.

Simple bee from above

 

Der Brust mit zwei hauchdünnen Flügelpaaren und sechs Beinen.

 


Dem Hinterleib
der den größten Körperabschnitt darstellt. Dieser ist gelbschwarz geringelt und besitzt bei den weiblichen Bienen einen Giftstachel.

 

In einem Bienenvolk finden wir drei verschieden Typen von Bienen vor:

Crown 23Die Königin (legt Eier und ist somit für den Nachwuchs zuständig) hat mit ihrem langen Hinterleib eine Körperlänge von 15 bis 20 mm.

Female SymbolDie Arbeiterinnen (sammeln Nektar, Pollen, Nestpflege etc.) sind sterile Weibchen und können sich daher nicht fortpflanzen. Sie haben eine Länge von 11 bis 15 mm.

Male SymbolDie Drohnen (männliche Bienen) mit breiten Körper und großen Facettenaugen messen 13 bis 18 mm. Sie besitzen keinen Stachel und sammeln auch keinen Nektar, ferner sind die „Männer“ auch nicht bei der Nestpflege oder anderen Arbeiten im Bienenstock beteiligt. Ihre primäre Aufgabe ist es, sich mit der Königin zu paaren.

 

Nutzen für Natur und Mensch:
Bestäubung, Honig, Wachs und andere Bienenprodukte

Die grandiose Leistung der Honigbienen

Die Bienen sind sicherlich eine der interessantesten Tierarten auf der Erde. Dabei ist die Honigbiene nicht nur ein faszinierende Spezies, sondern durch ihre Bestäubungsleistung an Nutzpflanzen in Europa das drittwertvollste Haustier nach dem Rind und Schwein.

Ein paar interessante Fakten :  

Honigbienen sind blütenstet, das bedeutet sie fliegen immer wieder die Blüten derselben Pflanzenart an, bis diese nicht mehr blüht.

Honigbiene
Kleine Biene – große Leistung

Eine Biene fliegt ca. 10-mal täglich aus und besucht dabei 250 bis 300 Blüten.

Für 500 Gramm Honig müssen Bienen ca. 120.000 km zurückzulegen, das entspricht der Strecke des dreifachen Erdumfangs.

Ein Bienenvolk produziert ca. 50 kg Honig im Jahr.

Ein Bienenvolk produziert ca. 1 kg Bienenwachs im Jahr.

Eine Bienenkönigin kann bis zu 2500 Eier am Tag legen, das entspricht 15 Eier pro Minute.

Eine Biene kann eine Spitzengeschwindigkeit von 30 km/h erreichen.

Die Honigbienen leben in „Bienenstaaten“, ein Volk kann aus 40.000 bis zu  80.000 Tieren bestehen.

Eine Bienenkönigin lebt etwa 4 – 5 Jahre, eine Arbeiterin im Sommer nur bis zu 8 Wochen.

Die Honigbienen werden zu den Haustierrassen gezählt.

BeeDie Biene hat einen unglaublichen Einfluss auf das Leben der Menschen, denn diese fleißigen Insekten sind für unser Ökosystem absolut notwendig. Eigentlich ist es ein Tauschhandel, die Bienen brauchen den Nektar der Pflanzen als Nahrung und die Pflanzen benötigen einen Bestäuber um sich zu vermehren. Der Großteil der in der Europäischen Union (EU) angebauten Kulturpflanzen ist auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Der finanzielle Wert dieser Bestäubungsleistung wird weltweit auf Hunderte Milliarden von Euro pro Jahr geschätzt.