2018 war wettermäßig ein außergewöhnliches Jahr. Folgt nun nach dem Rekord-Sommer ein goldener Herbst? Bis jetzt sieht es hier im Südwesten Deutschlands ganz so aus, blauer Himmel, Sonnenschein und Temperaturen bis 25° C. Die Bienen fliegen noch fleißig aus und kommen schwer bepackt mit violetten Pollenhöschen nach Hause.

Neugierig wie ich bin, inspizierte ich die Gegend rund um den Bienengarten, dabei entdeckte ich ein großes Feld mit Büschelschön (Phacelia tanacetifolia), somit war das Geheimnis gelüftet von wo die Immen die lila Proteinpäckchen bei schleppen. Solche eiweißreiche Nahrung ist perfekt für die Aufzucht der Winterbienen.
Die Lebensspanne der Sommerbienen beträgt ja nur 5 bis 8 Wochen, hingegen haben die Winterbienen eine deutlich längere Lebenserwartung, sie werden zwischen August und Oktober erbrütet und leben bis zum folgenden März /April. Ihre Aufgabe ist es, das Volk erfolgreich durch den Winter zu bringen. Sobald die Temperaturen fallen bilden sie eine Wintertraube um die Königin und halten die Kerntemperatur über 20° C. Zum Heizen benutzen sie ihre Flugmuskulatur (Muskelzittern) und ihr „Treibstoff“ ist der Honig (Winterfutter). Des Weiteren verteidigen sie das Volk und die Vorräte gegen Räuberei und Eindringlinge.

Im kommenden Frühjahr ziehen die Winterbienen die neue Brut auf. Sie heben dazu die Temperatur im Nest bis 35° C an. Sobald die Außentemperatur über 12° C steigt, fliegen die Bienen aus um frischen Pollen und Nektar zu suchen und einzutragen.
Möge der Oktober noch einige schöne Tage bereithalten, so dass das Herbsttreiben immer noch vom beschwingten Summen und Brummen der Bienen erfüllt ist.









Die Königin (legt Eier und ist somit für den Nachwuchs zuständig) hat mit ihrem langen Hinterleib eine Körperlänge von 15 bis 20 mm.
Die Drohnen (männliche Bienen) mit breiten Körper und großen Facettenaugen messen 13 bis 18 mm. Sie besitzen keinen Stachel und sammeln auch keinen Nektar, ferner sind die „Männer“ auch nicht bei der Nestpflege oder anderen Arbeiten im Bienenstock beteiligt. Ihre primäre Aufgabe ist es, sich mit der Königin zu paaren.
Die Biene hat einen unglaublichen Einfluss auf das Leben der Menschen, denn diese fleißigen Insekten sind für unser Ökosystem absolut notwendig. Eigentlich ist es ein Tauschhandel, die Bienen brauchen den Nektar der Pflanzen als Nahrung und die Pflanzen benötigen einen Bestäuber um sich zu vermehren. Der Großteil der in der Europäischen Union (EU) angebauten Kulturpflanzen ist auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Der finanzielle Wert dieser Bestäubungsleistung wird weltweit auf Hunderte Milliarden von Euro pro Jahr geschätzt.









