Schwarmfang & schneller Wabenbau

Bienen: Kraftvoller Neubeginn

Am Freitag, den 10.04.2026, konnte ich einen Bienenschwarm einfangen, der sich an einem Blumenkübel niedergelassen hatte, ein nicht alltäglicher, aber durchaus typischer Rastplatz für einen Schwarm auf der Suche nach einem neuen Zuhause.

Ein Bienenschwarm sammelt sich am Blumenkübel, ein typischer Zwischenstopp auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Von hier aus kann der Schwarm gut eingefangen und in eine Beute eingeschlagen werden.

Da es sich um einen sehr starken Schwarm handelte, wurde dieser zunächst auf zwei 14-Liter-Eimer aufgeteilt, um ihn sicher bergen zu können. Anschließend habe ich den Schwarm in eine Zadant-Zarge mit Mittelwänden eingeschlagen, sodass die Bienen direkt mit dem Wabenbau beginnen konnten.

Frisch ausgebaute Wabe, in wenigen Tagen vollständig errichtet. Ein beeindruckendes Beispiel für den enormen Bautrieb eines Bienenschwarms.

Bereits wenige Tage später, am 19.04.2026, zeigte sich eindrucksvoll die enorme Leistungsfähigkeit eines Bienenschwarms: Alle 10 Mittelwände waren vollständig ausgebaut, und es waren bereits frische Stifte (Eier) in den Zellen zu finden. Ein klares Zeichen dafür, dass sich das Volk gut eingelebt hat und die Königin erfolgreich in Eiablage gegangen ist.

Die Königin auf der Wabe, umgeben von ihren Arbeiterinnen, bereits in Eiablage und Grundlage für ein starkes, neues Volk.

Dieses Beispiel verdeutlicht sehr schön den außergewöhnlichen Bautrieb eines Schwarms. In der Schwarmphase sind die Bienen besonders motiviert und leistungsfähig, sie müssen in kürzester Zeit ein neues Zuhause aufbauen und die Grundlage für ein funktionierendes Volk schaffen.

Ein faszinierender Einblick in die Welt der Bienen und ein beeindruckendes Beispiel für die Kraft und Organisation eines Schwarms.

Es ist Schwarmzeit!

Honigbienen schwärmen von Frühjahr bis Sommer, dabei ist die Hauptschwarmzeit im Monat: Mai und Juni.

Nach dem Motto: „Aus Eins mach Zwei“, ist ein Schwarm die natürliche Vermehrung eines Bienenvolkes. Dabei zieht die alte Königin mit einer großen Menge Bienen aus der Behausung und überlässt ihr altes Reich einer neuen jungen Regentin.

Bevor die Bienen schwärmen, tanken sie ihren Magen nochmal mit Honig voll. Dieser Vorrat reicht für etwa drei Tage. Ein Bienenschwarm zieht in Minutenschnelle aus dem Bienenstock aus. Die Bienen stürzen wie ein Wasserfall aus dem Flugloch.

Bis sich die Schwarmbienen an einem naheliegenden Ort zu einer Schwarmtraube gesammelt haben, kann jedoch jeweilig über eine Stunde vergehen. Meist sammelt sich der Bienenschwarm erst einmal an einer Stelle, die nicht weit entfernt ist. Nahegelegene Bäume, Sträucher, Zäune oder auch Laternenmaste und Dachrinnen sind beliebte Plätze, an denen sich ein Schwarm anheftet.

Sogenannte Spurbienen suchen währenddessen schon ein neues Zuhause, häufig wählen sie Astlöcher in alten Bäumen aber auch andere Hohlräume. Haben die Honigbienen einen solchen Ort gefunden, zieht der gesamte Bienenschwarm samt Königin dort ein. Folglich bauen die Bienen ein neues Wabenwerk, und die Königin beginnt wieder Eier zu legen zum Fortbestand des Volkes.

Wenn Bienen schwärmen, ist das ein faszinierendes Schauspiel. Eine große Menge Bienen quillt aus dem Stock und eine Wolke aus abertausenden von Bienen verdunkelt den Himmel. Solange bis sich die Bienen wie schon oben erwähnt, in einiger Entfernung an einem Ast oder einer sonstigen Stelle sammeln und dort eine Traube bilden. Für Laien mag dieses Spektakel furchteinflößend sein, dabei ist aber der Schwarm die natürliche Fortpflanzung der Bienen.

Hat sich in Ihrem Garten ein Schwarm niedergelassen und Sie kennen keinen Imker, der den Schwarm einfangen kann, können Sie beim örtlichen Imkerverein nachfragen. Ein sogenannter Schwarmfänger wird in den meisten Fällen, den Schwarm kostenfrei einfangen und mitnehmen. Dazu möchte ich noch anmerken, dass Schwarmfänger keine Akrobaten sind und können daher nur einen Bienenschwarm einfangen, der sich an einer Stelle befindet, die ohne Gefährdung des eigenen Lebens erreichbar ist.

Werden Schwärme nicht gefangen, ziehen diese in der Regel auch spätestens am nächsten Tag weiter. Problematisch ist allerdings die Tatsache, dass viele Bienenschwärme auf eine Welt treffen, in der sie kaum neue Nistmöglichkeiten finden, wie Baumhöhlen oder Hohlräume in Gebäuden, in denen sie leben können. Zudem bedroht die Varroamilbe ihr Überleben in freier Wildbahn.